Leseförderkonzept

Über das Lesen

 

Das Lesen, Kinder, macht Vergnügen,

vorausgesetzt, dass man es kann.

In Straßenbahnen und in Zügen

und auch zu Haus liest jedermann.

Wer lesen kann und Bücher hat,

ist nie allein in Land und Stadt.

Ein Buch, das uns gefällt,

hilft weiter durch die Welt.

 

James Krüss

 

 

               Schnell wird aus einem Klassenraum ein Leseparadies.

 

 

„ Wer lesen kann sitzt über einem Buch und erblickt mit einem Male den Kilimandscharo oder Karl den Großen oder Huckleberry Finn im Gebüsch oder Zeus als Stier und auf seinem Rücken reitet die schöne Europa. Wer lesen kann hat ein zweites Paar Augen und er muss nur aufpassen, dass er sich dabei das erste Paar nicht verdirbt.“

 

Aus: Erich Kästner, Als ich ein kleiner Junge war

 

 

           Zeit für das selbstvergessene Lesen ist immer auch Lernzeit.

 

 

Lesen heute

 

Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken. Heutzutage ist Lesekompetenz gefragter denn je. Gerade durch das Internet ist die Flut an Informationen enorm gestiegen. Die Botschaften werden immer komplexer, sodass fundierte Lesefertigkeiten nötig sind. Wer nicht lesen kann, dem bleiben auch im 21. Jahrhundert viele Türen zur Welt verschlossen. Der Computer ist aus Gegenwart und Zukunft nicht mehr wegzudenken und Wissen erwerben wir heute oft mehrdimensional. Wozu wir den Computer allerdings nicht brauchen, ist als Ersatz für die Welt der Bücher und der Lese- und Schreibkultur.

 

Lesen muss das Kind als etwas für sich selbst Sinnvolles und Wichtiges erfahren. Es muss neugierig auf Texte werden, es soll erfahren, dass Lesen etwas Aufregendes ist und Spaß macht.

Beim Lesen erschließt sich das Kind andere Welten, erweitert seinen Erfahrungshorizont. Es findet seine eigenen Wünsche, Fragen und Probleme wieder und kann sich lesend mit ihnen auseinandersetzen. Auch die Begriffsbildung des Kindes wird gefördert.

 

Das aktuelle „Bild vom Lesen“ geht davon aus, dass die Kinder von Anfang an Lesen als Technik und Sinnentnahme verstehen. Lesen sollte in der Schule heute mehr sein als reine Texterschließung. Vielmehr soll die Auseinandersetzung mit dem  Geschriebenen kognitiv und handelnd erfolgen. Somit bedeutet Lesen immer einen Austausch zwischen Leser und Text: Der Text macht Angebote, der Leser bringt sich mit seinen Erwartungen und mit seinem Vorwissen ein.

 

In der Art und Weise, wie die Schule mit dem Thema Lesen umgeht, prägt sie nachhaltig das Leseverhalten der Kinder. Deshalb ist Leseförderung eine Notwendigkeit und deshalb ist sie auch eine elementare Angelegenheit für unsere Schule.



 

 

Lesekompetenz wird gefördert durch:

  • ein reichhaltiges Angebot von Büchern in der Klasse
  • den Aufbau einer Lesemotivation unter Berücksichtigung unterschiedlicher Neigungen von Jungen und Mädchen
  • die Erfahrung, dass Lesen vergnügen bereiten und zu einer Auseinandersetzung mit der Welt führen kann
  • den bewussten Umgang mit unterschiedlichen Texten und anderen Medien (Zeitungen, Computer...)
  • den handelnden Umgang mit Texten und deren Präsentation
  • feste Lesezeiten im Unterricht (selbstvergessenes Lesen)
  • feste Vorlesezeiten
  • eine lesefördernde Umgebung
  • Markieren, Strukturieren und Zusammenfassen von Texten
  • Lesetagebuch
  • Lesekisten (geammelte Gegenstände, die mit dem Buch zu tun haben)

 

Beispiele aus unserer Schule:

  • Jede Klasse hat eine Klassenbücherei, Lesekisten, Leseecken.
  • Feste Ausleihzeiten in der Schulbücherei
  • Besuch der Stadtbücherei oder Pfarrbücherei
  • Jedes Kind kann eigene Bücher mitbringen oder darüber berichten.
  • Ab dem 2. Schuljahr wird in jedem Schuljahr mindestens eine Klassenlektüre gelesen.
  • In jedem Schuljahr findet eine "Leseaktion" in der Schule statt:
    - Buchausstellung
    - Autorenlesung
    - Lesenacht
    - Theaterbesuch...
  • Teilnahme am Flohkiste-Lesefitnessprogramm
  • Nutzung des ANTOLIN-Leseprogramms
  • Beteiligung an Zeitungsprojekten

 

 

Unsere Schulbücherei

 

In unserer neu gestalteten Schülerbücherei stehen Eltern mehrmals in der Woche für die Ausleihe und die Betreuung der Leseratten bereit. Hier kann an Computern auch das Leseprogramm ANTOLIN online genutzt werden.

 

 

Jeder,

der liest,

ist ein Leser

seiner selbst.

 

Marcel Proust